Die Leere nach dem Erwachen

Beitragsbeschreibung

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Zwischen den Versprechen der Spiritualität und der Stille danach - Wenn das Suchen dich leerer macht als zuvor

Ich schaue mich um und sehe überall Menschen, die eine Persönlichkeit haben.

Die Frau bei meinem Stammbäcker ist eine sehr engagierte und freundliche Verkäuferin – und nachmittags eine Mama eines Schulkindes. Sie ist immer leicht hektisch und gestresst, aber das bringt es wohl mit sich, wenn man eine „Working Mom" ist. Der nächste Mensch, dem ich begegne, ist ein typischer Klugscheißer. Egal wann und wo – er weiß immer alles besser, oder meint es zumindest, und ist bei den Leuten auch als so einer bekannt. Der Nächste hat nie Zeit, weil er mit Leib und Seele mit seinem Business verschmolzen ist. Man sagt ja: selbst und ständig.

Jeder – wirklich jeder – hat einen Stempel. Ich frage mich manchmal, welchen Stempel ich wohl bei den Leuten habe.

Ich fühle mich leer. Als nichts. Unsicher, wer ich bin. Welches Label zu mir gehört. Unsicher, welches Label ich überhaupt möchte. Manchmal fühle ich mich unsichtbar.

Ich habe mich in den letzten Jahren mit Spiritualität, Mindset, Manifestieren und all solchen Themen beschäftigt. Gedacht, ich komme damit irgendwo an. Tatsächlich bin ich aber in einer Leere angekommen.

Eigentlich sollte man meinen: Leere ist doch toll. Du kannst sie füllen mit dem, was du möchtest. Aber es ist eine andere Leere. Eine vorsichtige. Ich habe gelernt, dass man, wenn man sich als etwas identifiziert, „es" auch wird. Man zieht quasi eine Brille auf und nimmt die Welt nur noch durch diese wahr. Es werden einem nur noch Dinge sichtbar, die dieser Persönlichkeit und diesem Bewusstsein entsprechen.

Vielleicht habe ich deshalb Angst, etwas anzunehmen – in meinem Bewusstsein. Vielleicht sind dadurch immer mehr Dinge aus meinem Leben gegangen, die ich nicht mehr sein wollte. Gleichzeitig habe ich es aber nicht geschafft, mir neue Kleidung anzuziehen. Und nun stehe ich hier also: gefühlt nackt und unsicher, welche Kleidung mir denn steht, welche ich ausprobieren soll.

Unsicher. Allein. Leer.

Und es fühlt sich echt bescheiden an.

Schwach. Klein. Im Außen funktioniert man. Im Innern ist da nur diese Leere, diese Einsamkeit. Einsamkeit – weil man keine Verbindung zu anderen spürt. Weil man kein „Ich bin" hat und dadurch auch niemanden anzieht, der „passt".

Ach, keine Ahnung. Man hat sich dieses Spiel anders gedacht. Warum hat sich meine Seele diese Themen ausgesucht? Diese Anziehung, dieses Interesse – gedacht, es dient einem, es katapultiert einen nach oben. Stattdessen sitzt man hier, weiß weder ein noch aus. Weiß nur, dass man mehr will vom Leben. Sich lebendig fühlen möchte.

Doch als wer? Diese Frage scheint nun beantwortet werden zu müssen.

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